Gießen

Beschreibung

Gießen

Ein Formgebungsverfahren für keramische Massen ist das Gießen eines Gießschlickers (Suspension) in Formen. Das geschieht einerseits in Gipsformen unter statischem oder leicht erhöhtem Druck. Andererseits kann das Gießen auch unter Hochdruck im sogenannten Druckgussverfahren erfolgen. Dazu werden spezielle Kunststoffformen verwendet.

Die Scherbenbildung erfolgt durch die Entwässerung des Gießschlickers an der porösen Formenwand. Nach dem Ausgießen des Restschlickers nach einer bestimmten Standzeit erfolgt eine Scherbenverfestigung durch weiteren Wasserentzug.

Für eine optimale Scherbenbildung beim Gießen ist eine Verflüssigung der Suspension mit Hilfe geeigneter Elektrolyte erforderlich. Ein wesentlicher Bestandteil der Gießschlickercharakterisierung ist die Beurteilung der Rheologie der Suspension. Dazu werden die Viskosität und der Thixotropiekoeffizient ermittelt. Dies kann mittels Auslaufbecher, Gallenkamp-Viskosimeter oder Rotationsviskosimeter erfolgen.

Ein wesentliches Kriterium der Scherbenbeurteilung ist das Filtrationsverhalten. Die Permeabilität des Scherbens für Wasser bestimmt in hohem Maße die Geschwindigkeit der Scherbenbildung und die Stabilität des Scherbens nach dem Entformen. Dazu können die Abstumpfzeit (Zeit bis zum Abstumpfen der Scherbenoberfläche nach dem Ausgießen) oder das Filtrationsverhalten mittels Baroid bestimmt werden.