thermische Nachverbrennung

Beschreibung

Thermische Nachverbrennung

Keramischen Massen müssen mitunter organische Stoffe zugesetzt werden, die z.B. als Plastifizierungsmittel, Porosierungsmittel, Bindemittel oder Gleitmittel dienen. Beim Erhitzen im Entbinderungs- oder Sinterofen werden die organischen Stoffe im Temperaturbereich von ca. 150°C bis 400°C zersetzt und es bilden sich schadstoffhaltige Schwelgase, welche gesundheits- und umweltschädlich sind. Diese Gase müssen vor dem Austritt in die Atmosphäre behandelt werden, damit letztlich im Abgas nur noch unschädliche Gase enthalten sind. Hierzu dient neben anderen Verfahren die thermische Nachverbrennung. Das Abgas wird durch eine speziell konstruierte innenisolierte Brennkammer geleitet, die mit einem Spezialbrenner ausgerüstet ist. Bei der Verbrennung der Schwelgase wird zusätzliche Wärmeenergie freigesetzt, die in einem nachgeschalteten Wärmetauschersystem (z.B. Rekuperator) zurückgewonnen werden kann. In brennerbeheizten Kammeröfen kann man die Schwelgase auch intern im Brennraum nachverbrennen. In Tunnelöfen kann man ebenfalls die interne thermische Nachverbrennung anwenden, indem man die Schwelgase mit Hilfe von Ventilatoren aus der Vorwärmzone abzieht und in der Brennzone wieder in den Ofenraum drückt. Die Menge der Schwelgase lässt sich z.B. mit Hilfe der Simultan-Thermoanalyse (Thermogravimetrie) ermitteln.