Glasurspannungsprüfung

Beschreibung

Glasurspannungsprüfung

Die Glasurspannungsprüfung ist eine wichtige Glasur-Prüfung vor dem Hintergrund einer bestmöglichen Haftung der Glasur auf dem keramischen Scherben.

Da die Glasuren über deutlich bessere Druckspannungs- als Zugspannungswerte verfügen (bis Faktor 10), gilt das Bestreben, die Glasuren im keramischen Prozess unter Druckspannung zu bringen. Die Prüfung der Spannungsverhältnisse wird in der feinkeramischen Industrie als Glasurspannungsprüfung nach Steger an einem Steger-Stab durchgeführt. Es handelt sich um ein qualitatives Verfahren, bei dem die Verbiegung eines Prüfstabes mit mittig aufgebrachter Glasur im Brand aufgenommen wird.

Wegen der geringen Scherbenstärke der Stegerspannungs-Prüfkörper eignet sich das Verfahren nur für feinkeramische Anwendungen. Stand der Technik ist allerdings die quantitative dilatometrische Bestimmung des Wärmeausdehnungskoeffizienten (WAK) von Glasur und Scherben und eine daraus resultierende Beurteilung der Spannungsverhältnisse.