Biegefestigkeit

Beschreibung

Biegefestigkeit

Bei der Biegefestigkeit handelt es sich um die mechanische Biegefestigkeit eines getrockneten (Trockenbiegefestigkeit) oder gebrannten bzw. gesinterten (Brennbiegefestigkeit) keramischen Werkstoffes. Die Bestimmung der Biegefestigkeit erfolgt üblicherweise an Stäben mit bekanntem Querschnitt, wobei die Stäbe z.B. durch Gießen in Gipsformen, Einschlagen einer plastischen Masse in Gips- oder Stahlformen oder durch Extrudieren mittels Vakuumstrangpresse hergestellt werden. Die getrockneten oder getrockneten und gesinterten Stäbe werden auf Stahlrollen oder andere entsprechende Lager gelegt und mittig mit einer zunehmenden Last bis zum Bruch beaufschlagt. Die maximale Kraft (Bruchkraft) wird in geeigneter Weise erfasst. Aus dieser Bruchkraft wird unter Berücksichtigung des Auflageabstandes das Biegemoment an der Stelle des Lasteintrages berechnet, dieses wiederum durch das Widerstandsmoment des Keramikstabes dividiert, woraus sich die Biegefestigkeit ergibt. Das Widerstandsmoment ist abhängig vom Querschnitt des Prüfkörpers, vorzugsweise ist der Querschnitt der Prüfkörper rechteckig, trapezförmig oder kreisrund. Bei silikatkeramischen Werkstoffen erfolgt die Aufbringung der Last meist über einen Stempel (Dreipunktbiegeprüfung), in der Hochleistungs-Keramik bzw. Technischen Keramik bevorzugt man eine Belastung durch 2 Stempel (Vierpunktbiegeprüfung). Die SI-Maßeinheit der Biegefestigkeit ist MPa bzw. N/mm2.