Glasur

Beschreibung

Glasur

Als Glasur bezeichnet man einen dünnen glasartigen (im Allgemeinen) silikatischen Überzug auf einem keramischen Scherben, der in Zusammensetzung und Eigenschaften der Unterlage so angepasst ist, dass er während einer thermischen Behandlung auf dem sinternden oder gesinterten Trägerscherben zu einer mechanisch praktisch unlösbaren flächigen Schicht aufschmilzt.

Für Glasuren gelten annäherungsweise die Gesetzmäßigkeiten der Gläser.

Je nach Einsatzgebiet der glasierten Produkte sind die Anforderungen an die Glasuren sehr unterschiedlich und werden durch mechanische, optische, chemische und elektrische Eigenschaften bestimmt. An Roh- und Fertigglasuren ermittelt man neben den rheologischen Eigenschaften zum Beispiel das thermische Verhalten mittels Erhitzungsmikroskopie und Messung des thermischen Ausdehnungskoeffizienten.  Des Weiteren werden die Korngrößenverteilung mittels Cilas und die chemische Analyse (RFA) bestimmt. Aus der chemischen Analyse lässt sich die Segerformel berechnen, welche für die Beurteilung der Eigenschaften von Glasuren meist besser geeignet ist als die chemische Analyse allein.

Zur Charakterisierung der gebrannten Glasurschicht zählen neben der Messung der Glasurabriebbeständigkeit auch die Ritzhärte sowie die Farbmessung und der Glanzwert. Die Prüfungen der chemischen Beständigkeit und der Beständigkeit gegen Fleckenbildner sind in der DIN EN 14411 für keramische Fliesen und Platten standardisiert – wie auch die Ermittlung der Blei- und Cadmiumlässigkeit.